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Fahrbericht Kawasaki ZZR 1400
Das neue Flaggschiff mit Alltagstauglichkeit

Auto-xxl — 24.05.2006
Die Kawasaki ZZR 1400 sorgt allein schon aufgrund ihrer Optik für Aufsehen: eine aerodynamische Silhouette, eine auffällige Front mit dem Vierfachscheinwerfer und einem riesigen Ram-Air-Schlund. Nicht zu vergessen ihre immense Leistung von 190 Pferdestärken.


Doch das Überraschende an der ZZR ist, dass sie nicht nur für die Autobahn zu gebrauchen ist, sondern vielmehr über eine hohe Alltagstauglichkeit verfügt. Der Preis des neuen Flaggschiffes von Kawasaki liegt bei knapp 14 000 Euro.

Dafür bekommt der Kunde eine Rennmaschine mit einem 1 352 ccm großen Reihenvierzylindermotor, der bei 9 500 Umdrehungen beachtliche 140 kW/190 PS leistet und damit die Kawasaki ZZR 1400 zum stärksten Serienbike auf dem Markt kürt. Das kernig klingende Aggregat macht schon im Standgas auf sein enormes Potential aufmerksam. Umso mehr verwundert der geradezu sanfte Antritt aus niedersten Drehzahlen. Fast unspektakulär und sehr zivilisiert hängt der Motor am Gas - den rauen, fast schon aggressiven Charakter anderer Kawa-Vierzylinder besitzt die Kawasaki ZZR 1400 nicht. Unterhalb von 5 000 Umdrehungen cruist der Fahrer regelrecht durch die Lande, von brutaler Beschleunigung der 190 PS ist hier nicht viel zu spüren. Und das ist auch gut so, wird doch dadurch die Gefahr gebannt, beim kleinsten Lupfen des Gasgriffs die Kontrolle über das Fahrzeug zu verlieren. Da schon bei 2 000 Umdrehungen beachtliche 98 Nm Drehmoment zur Verfügung stehen, ist entspanntes Fahren leicht möglich.

Doch bei Bedarf kann das Kraftpaket auch ganz anders. So sanft es im unteren und mittleren Drehzahlbereich durch die Lande rollt, so gnadenlos beißt das Bike zu, bekommt der Motor die Sporen zu spüren. Spätestens ab 6 000 Touren setzt der Donnerbolzen zum Spurt an, unerbittlich dreht das bei 7 500 Umdrehungen 154 Nm leistende Aggregat bis in den bei 11 000 Touren beginnenden roten Bereich. Solch ein Leistungspotenzial lässt sich allenfalls auf der Autobahn entfalten. Denn alleine hier darf man erleben, wie lässig die Kawasaki ZZR 1400 die Marke von 200 km/h passiert, wie schnell die Tachonadel Tempo 280 anzeigt, während der Rest des Verkehrs zu stehen scheint. Nun kommt auch der Ram-Air-Effekt zum Tragen, der die Leistung bei hohen Tempi auf mehr als 200 PS steigert. Die Elektronik regelt bei 298 km/h ab. Angesichts solcher Talente sollte der Fahrer die Maschine stets gut im Griff haben - nicht nur wegen plötzlich ausscherender Fahrzeuge. Ein derart flottes Motorrad verlangt letztlich auch ein gehöriges Maß an Selbstdisziplin und Verantwortungsgefühl.


Inhalt: Fahrbericht Kawasaki ZZR 1400
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