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Land Rover Freelander
Weg vom Offroad-Image

Auto-xxl — 31.01.2011
Land Rover möchte sich mit seinem Freelander breiter im SUV-Markt aufstellen. Dies soll einerseits mit einem neuen Dieselantrieb, andererseits mit einem Einstiegsmodell gelingen, welches nur einen Vorderradantrieb besitzt.


Die soll den SUV-Markt mit nur zwei angetriebenen Rädern ordentlich aufmischen. Ob ihr das gelingen wird, bleibt abzuwarten, denn gerade einmal 1 700 Euro beträgt der Preisunterschied zum entsprechenden Allradmodell. Der neu konstruierte 2,2-l-Turbodiesel leistet 110 kW/150 PS und soll laut Hersteller nur 6,0 l Kraftstoff konsumieren und 158 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen.

Der neue Diesel ist in Verbindung mit dem Frontantrieb nicht unbedingt ein Dynamikwunder, doch mit ihm kann man flott ums Eck biegen. Selbst offroad schlägt er sich achtbar, auch wenn er deutlich früher an die Grenze der Traktion stößt als die Allrader. Angesichts des minimalen Preisunterschieds zum Allrader und des nur kleinen Minderverbrauchs von 0,2 ln auf 100 Kilometer ist er allerdings nur denen zu empfehlen, deren Dschungel die Großstadt ist.

Den neuen Selbstzünder gibt es auch in den Allradversionen "TD4" und "SD4" des Freelanders, wobei das Aggregat im SD4 in einer 140 kW/190 PS starken Ausbaustufe zum Einsatz kommt. Alle Selbstzünder mit Schaltgetriebe verfügen über eine serienmäßige Start-Stopp-Automatik. Bei allen vierradgetriebenen Versionen sorgt ein intelligenter permanenter Allradantrieb mit Haldex-Kupplung für die Traktion. Das System verteilt die Antriebskraft permanent und dynamisch zwischen Front und Heck. Auf der Straße wird nur wenig Kraft zu den Hinterrädern geleitet, in schwerem Gelände wird nötigenfalls das gesamte Drehmoment aber nach hinten verlagert.

Schon die bullige, nur geringfügig veränderte Optik des neuen Freelanders lädt zur Testfahrt ein. Und der 190 PS starke SD4 geht in den unteren Geschwindigkeitsbereichen kräftig zu Werke und bietet eine Menge Fahrspaß. Gibt man aber oberhalb von 100 km/h Vollgas, so geht ihm dann recht schnell die Puste aus. Hier dürfte sich das hohe Fahrzeuggewicht bemerkbar machen. 9,5 Sekunden braucht der über 1,8 Tonnen schwere Brite aus dem Stand auf 100 km/h. Schon bei 2 000 U/min liegt das maximale Drehmoment von 420 Nm an. Der Selbstzünder lässt dennoch ein wenig die Elastizität vermissen, die man von einem leistungsstarken Diesel erwarten würde. Unaufdringlich, wenn auch nicht gänzlich ruckfrei schaltet die Sechsstufen-Automatik. Doch der Verbrauchswert von genormt 7,0 ln auf 100 Kilometer ist kaum zu erreichen, bei den Testfahrten waren es zwischen neun und zehn Liter Diesel. Im Freelander sieht man die Welt von oben, die erhöhte Sitzposition sorgt für eine Menge Übersicht im Verkehr. Gepaart mit dem niedrigen Geräuschniveau und dem einwandfreien Geradeauslauf ist er auch für lange Autobahnetappen wie geschaffen. Auch wer zackig ums Eck biegen will, kommt nicht zuletzt dank des straffen Fahrwerks auf seine Kosten. Einzig die indirekte Lenkung verwässert bei flotter Gangart die saubere Linie. Wenn es einmal kritisch wird, helfen die Stabilitätskontrolle ESP und eine elektronische Bremskraftverteilung, Schlimmeres abzuwenden.

Natürlich jucken die Fingerspitzen, wenn ein Weg in eine Lehmkuhle oder einen Steinbruch führt. "Artgerechte Haltung" ist das Stichwort. Also geht es ab in Schnee und Schlamm. Hier macht der mit 210 Millimetern Bodenfreiheit naturgemäß hochbeinige Allrader eine hervorragende Figur. Geradezu gierig nach mehr, nimmt er die Kurven im Heckdrift oder untersteuert - gerade so wie es der Pilot haben will. Das "Terrain Response System", mit dem die Allradvarianten ausgerüstet sind, hilft. Dabei handelt es sich um ein intelligentes Geländeprogramm, das Motormanagement, Getriebesteuerung, Traktions- und Stabilitätskontrolle mit Kurvenbrems- und Wankneigungskontrolle und Bergabfahrhilfe vernetzt. Doch auch im Gelände würde man sich eine präzisere Lenkung wünschen.

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